Sprache der Schausteller

Die Schaustellersprache verfügt über eine Reihe von eigenen umgangssprachlichen Ausdrücken sowie Fachausdrücken aus dem technischen Bereich. Hier möchten wit Ihnen die wichtigsten Ausdrücke vorstellen.

Die meisten der nachfolgenden Erklärungen stammen aus dem "Verzeichnis wichtiger Fachausdrücke aus dem Schaustellerbereich" aus dem Buch "Schausteller" von Dr. Michael Faber, mit dessen freundlicher Genehmigung wir  Auszüge aus dem Buch hier veröffentlichen dürfen!

Lesen Sie selbst, wir gut Ihr "schaustellerisch" ist:

Wichtige Fachausdrücke aus dem Schaustellerbereich

Ausleger
1) Schwellriegel zwischen der Basis des Mittelbaus und den Außenständerfüßen eines Fahrgeschäfts.
2) Am Mittelbau befestigter Trägerarm, an dem die Chaise oder Gondel hängt

Bauen
Das Errichten von Buden und Fahrgeschäften, aber auch das Aufstellen von Wohnwagen, wobei Erker ausgezogen, Strom- und Wasserleitungen angeschlossen, die Veranda ausgeklappt, der Balkon angebaut, die Antenne ausgefahren und der Kamin aufgesetzt werden. Geschäftswagen werden

Bauer
(Schausteller-Umgangs-Sprache) für
1) Abwertend: "Nichtschausteller"
2) Bezeichnung für nicht sonderlich gelittene Kollegen, die in erster Generation schaustellerisch tätig sind und noch nicht ausreichend Erfahrung im Schaustellerberuf gesammelt haben

Belustigungsgeschäft
(Amtssprache): Geschäft, das im Gegensatz zum Schaugeschäft dem Amüsement der Besucher durch eigene Betätigung dient, durch die gegebenenfalls aber auch passive Zuschauer unterhalten werden (z. B. Teufelsrad, Rotor, Hexenschaukel, Irrgarten, Fröhlicher Weinberg)

Besatzung
(Schausteller-Umgangs-Sprache): Gesamtheit aller Fahrzeuge eines Fahrgeschäfts

Beschicker
(Amtssprache): Gesamtgruppe derer, die Geschäfte auf Kirmessen, Jahrmärkten und Volksfesten errichten

Bilderkranz
(Schausteller-Umgangs-Sprache):  Aus mehreren mit Bildmotiven und Ornamenten verzierten Tafeln zusammengesetzte Front, die das gesamte Dach eines Schaustellergeschäfts (insbesondere des Karussells) umläuft

Camping(wagen)
(Schausteller-Umgangs-Sprache):
1) Caravan oder Wohnmobil
2) Vereinzelt abwertend: Schaustelleruntypische bäuerliche Mobilwohnung

Chaise
(ältere Herstellerbezeichnung / Schausteller-Umgangs-Sprache):  Boden- oder schienengebundene, meist hintereinander gekoppelte und vom Fahrgast nicht steuerbare Wagen und Schlitten eines Fahrgeschäfts. Realistische Nachbildungen von Straßen- und Schienenfahrzeugen (Autos, Lokomotiven usw.), die ebenfalls nicht steuerbar sind (z.B. in Kinderkarussells und Schienenanlagen, werden eher als Fahrzeuge bezeichnet (Gondel, Skooter)

Chip
Kleine Einsteckscheibe zum Starten des Skooters bzw. ab Mitte der sechziger Jahre auch an anderen Fahrgeschäften allgemein üblich als Ersatz für die bis dahin gebräuchlichen Fahrkarten aus Pappe


- Fortsetzung folgt -

Schaustellersprache

Das Verzeichnis wurde erstellt mit freundlicher Genehmigung für die Veröffentlichungen von Dr. Michael Faber: