Margit Ramus: Deutschlands einzige Schaustellerin mit Doktortitel ....

.... ist Mitglied im Freundeskreis Pützchens Markt e.V.!

Margit Ramus stammt in vierter Generation aus einer altein­gesessenen Schaustellerfamilie; jetzt ist Sie zudem promovierte Kunsthistorikerin!

Am 3. September 2013 schloss Sie die letzte mündliche Prüfung erfolgreich ab und darf sich nun Dr. des. Ramus nennen. Damit ist die 62-jährige Kölnerin die einzige promovierte Schaustellerin Deutschlands.

Dennoch bleibt Margit Ramus was sie ist: eine Schaustellerin. "Schausteller ist man von Geburt an. Man kann es nicht werden, sondern man lebt es. Im Studium wurde mir deutlich bewusst, dass ich im Herzen Schaustellerin bin und auch bleiben wollte", ist sie überzeugt.

 

Die wissenschaftliche Karriere startete spät

Margit Ramus führte bis 1991 ein ganz normales Schaustellerleben. Dann führten Schicksalsschläge zum Bruch in ihrem Lebensweg. "Unser damals 19-jähriger Sohn Peter starb. Um meine Trauer zu bewältigen, begann ich Erinnerungen an meinen Sohn aufzuschreiben. Anfang 1994 stand ich am Beginn einer neuen Lebenssituation."

Sie wollte weiter lernen und meldete sich zu einer Bad Godesberger Privatschule an. Mit 46 Jahren machte sie ihr Abitur. Angeregt durch die Leitung der Schule schrieb sie sich 1998 in der Universität Bonn zum Magisterstudium Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte ein.

Margit Ramus resümiert: "Dass ich es so weit geschafft habe, verdanke ich meiner Professorin Hiltrud Kier, denn Sie hat mich in all den Jahren immer unterstützt und an mich geglaubt. So war Sie es auch, die mir den Rat gab, in der Magisterarbeit nur über die ersten Karussells zuschreiben und das andere Material in meiner Promotion zu verwerten."

Während ihres gesamten Studiums arbeitete Margit Ramus als Schaustellerin und verdiente Ihren Lebensunterhalt mit der „Süßen Lokomotive“ auf Volksfesten und Weihnachtsmärkten in NRW.

Doktorarbeit belegt die kunsthistorische Bedeutung von Volksfesten

Ihre Magister- und Doktorarbeit schrieb Margit Ramus - wie könnte es anders sein - über das "Kulturgut Volksfest". Sie recherchierte und erforschte in insgesamt zehn Jahren die Geschichte des Schaustellergewerbes seit Mitte des 19. Jahrhunderts und untersuchte aus kunsthistorischer Sicht die Architektur und Dekoration von Schaustellergeschäften.

Mit Ihrer Doktorarbeit kann Dr. Ramus den wissenschaftlichen Beweis erbringen, der für das gesamte Schaustellergewerbe existentiell sein wird: "Meine Doktorarbeit belegt, dass deutsche Volksfeste aus kunsthistorischer Sicht es wert sind, in die Liste der immateriellen Kulturgüter der UNESCO aufgenommen und als Kulturgut anerkannt zu werden."

  

Lesetipps zur Geschichte des Schaustellergewerbes

Margit Ramus veröffentlichte zur Geschichte des Schaustellergewerbes bisher zwei Bücher, die unter www.margit-ramus.de erworben werden können.

Das erste Buch von 2004 heißt: "Wie alles begann... Jahrmarkt, Fahrendes Volk und Karussells". Hier geht es zur Leseprobe.

Ihre Doktorarbeit unter dem Titel "Kulturgut Volksfest - Architektur und Dekoration im Schaustellergewerbe" wird Anfang Dezember 2013 erscheinen.

 

Immaterielles Kulturgut - was ist das?

Als immaterielles Kulturerbe (IKE; englisch intangible cultural heritage, ICH) bzw. immaterielles kulturelles Erbe werden kulturelle Ausdrucksformen bezeichnet, die unmittelbar von menschlichem Wissen und Können getragen, von Generation zu Generation weitervermittelt und stetig neu geschaffen und verändert werden, daher im Gegensatz zu unbeweglichen Bauten und beweglichen Gegenständen (z. B. den bekannten Welterbestätten oder dem Weltdokumentenerbe) nicht anfassbar (engl. intangible) sind.

Das immaterielle Kulturerbe umfasst (nach Definition der UNESCO-Konvention) "Bräuche, Darstellungen, Ausdrucksformen, Wissen und Fertigkeiten – sowie die dazu gehörigen Instrumente, Objekte, Artefakte und kulturellen Räume […], die Gemeinschaften, Gruppen und gegebenenfalls Einzelpersonen als Bestandteil ihres Kulturerbes ansehen".

Quelle: Wikipedia

Dr. Margit Ramus hat ihr Buch veröffentlicht

Frau Dr. Ramus, die einzige Schaustellerin mit Doktor-Titel und Mitglied des Freundeskreises Pützchens Markt e.V., hat zwischenzeitlich ihr Buch "Kulturgut Volksfest" veröffentlicht.

Die Neuerscheinung von Dr. phil. Margit Ramus wird Kunsthistorikern, Schaustellern und Kirmesfans gleichermaßen in den Bann ziehen. Das Buch "Kulturgut Volksfest. Architektur und Dekoration im Schaustellergewerbe" bietet mit 752 Seiten und 1.300 Abbildungen eine schillernde und zugleich wissenschaftliche Lektüre. Detailliert und mit viel Insider-Wissen untersuchte die 62-jährige Autorin das bisher nicht erforschte Thema der Architektur und Dekoration von Karussells und Volksbelustigungen aus kunsthistorischer Sicht.

Zudem beweist sie, dass sich die Dekorationen im Schaustellergewerbe mit den Stilepochen der Kunst vergleichen lassen. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurden alle Schaustellergeschäfte mit neubarocken Dekorationselementen gestaltet. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Moderne - mit gegenstandsloser Malerei und Neonbeleuchtung. In den 60er Jahren Traummotive in Anlehnung an Salvador Dalí, in den 70er Jahren Flower-Power-Bilder und Bands wie die Beatles oder Abba, ab den 80er Jahren vereinen sich Pop-Art, Comic und Street-Art auf den Dekorationen der modernen Karussells. Kernstück der Doktorarbeit ist der Katalogteil, der die Geschichte des Karussellbaus von 1883 bis 2007 dokumentiert; darunter zahlreiche Fahrgeschäfte, die heute nicht mehr existieren.

Bei Autoren-Direktbestellung unter www.margit-ramus.de , auf Wunsch mit individueller Widmung, ist das Buch versandkostenfrei.

Kulturgut Volksfest

Architektur und Dekoration im Schaustellergewerbe

Seiten: 752 mit 1.300 Abbildungen

Autorin: Dr. phil. Margit Ramus

Preis: 98,00 Euro

Bestellungen unter: www.margit-ramus.de

 

Dr. phil. Margit Ramus bei der Buchpräsentation ihre Doktorarbeit "Kulturgut Volksfest. Architektur und Dekoration im Schaustellergewerbe". Sie ist Deutschlands einzige aktive Schaustellerin, die gleichzeitig promovierte Kunsthistorikerin ist.